Dafür gibt’s nen Lied: Programm-Edition von Michael Frielinghaus

Dafür gibt’s nen Lied: Programm-Edition von Michael Frielinghaus

Seit unser Sohn auf der Welt ist hat mein Hirn unaufhaltsam damit angefangen meine eigene Kindheit aufzuarbeiten. Immer wieder sprudeln dabei nostalgische Erinnerungen hervor, die mich dazu bewegen auf Spurensuche zu gehen. Erinnerungen sind ja vor allem mit unseren Sinnen verknüpft, weswegen viele Episoden meiner Kindheit mit Musik verknüpft sind. Beispielsweise erinnere ich mich gut daran, dass mein Vater mir beim Baden immer das Lied vom Eisbär vorgesungen hat. Er saß auf dem Toilettendeckel mit der Gitarre während ich in der Badewanne mit Waschlappen das halbe Bad unter Wasser gesetzt hab. Ich bin mir sicher, dass im Laufe einer Badesitzung auch andere Lieder gesungen wurden, aber in meiner Erinnerung ist Baden unvermeidlich mit dem Eisbär-Lied verknüpft.

Also hab ich angefangen im Internet nach den Liedern meiner Kindheit zu fahnden. Glücklicherweise findet man die meisten Stücke in der ein oder anderen Form als MP3-Download bei den diversen Anbietern. Allerdings ist es verblüffend schwer manche Lieder aufzuspüren, vor allem wenn man bedenkt, dass nach teils über 20 Jahren nur Ausschnitte der Text im Gedächtnis haften geblieben sind. Und das dann oftmals noch falsch.

Eines der Lieder, das ich unbedingt wiederfinden wollte, stammte von einer Musikkassette mit verschiedenen Liedern und kurzen Hörspiel-Stücken, die ich und ein Freund bis zum Erbrechen gehört haben. Das einzige, was hängen geblieben ist, war der Satz „Und ich mach den Kakao.“. Das Lied handelt von einem Frühstück, zu dem jedes Kind etwas mitbringt, und die Gastgeberin macht eben den Kakao (mit sieben Löffeln Kakaopulver!). Bei der Suche bin ich schließlich auf die Seite Wunderwolke gestoßen.

Cover Sechstes Programm von WunderwolkeWunderwolke ist eine „mutlimediale Kinder-Musik-Marke“ von Michael Frielinghaus. Unter dieser Marke veröffentlichte der Musiker zwischen 1982 und 1990 insgesamt neun spielen und lernen – Jahres-MusiCassetten. Und eine davon – spielen und lernen ‚ 88 – Jahres-MusiCassette (HIT PICK Kids) aus dem Jahr 1987 – war tatsächlich die Gesuchte. Glücklicherweise ist das Wunderwolke Label mit der Zeit gegangen und hat 2006 eine digital nach bearbeitete Neuauflage der Original-Kassetten herausgebracht: Die Programm-Edition.

Mit dieser „Programm-Edition“ präsentiert EDITION WUNDERWOLKE die digital remasterten Original-Soundtracks der beliebten SPIELEN UND LERNEN Kinder-MusiCassetten ’83-’91. Die MCs waren im jeweiligen Erscheinungsjahr immer nur für kurze Zeit erhältlich und später vergriffen. Jeder Soundtrack beinhaltet 16-18 Songs mit lustigen Zwischenmoderationen und überleitenden Hör-Spielereien. Gesamtspielzeit pro CD jeweils 50-60 Minuten.

Auch in den Jahren 2008 und 2013 wurden die Leider erneut herausgebracht in der Blauen-Edition, vier thematisch sortierte Alben „mit einer Auswahl der besten und erfolgreichsten Hits von WUNDERWOLKE„, sowie der Original-Edition, eine erneute „Remasterte Neuauflage 2013 – in Top-Sound-Qualität„.

Alle CDs können exklusiv im „Popkarton„, dem Wunderwolke Online-Shop, erworben werden. Das habe ich mit der CD „Sechstes Programm“ gemacht, da sie das in der Zusammenstellung unveränderte Original der Kassette darstellt, an die ich mich erinnern konnte. Die Bestellung lief problemlos per Vorkasse und wurde prompt geliefert. Beim ersten Hören wurden gleich weitere Erinnerungen wach. Auch wenn das Kakao Lied sich in meine Erinnerung am stärksten eingebrannt hat, war ich verblüfft, wie gut ich mich beim ersten Anspielen der Lieder wieder an die Stücke erinnern konnte. Die CDs sind eine tolle Zusammenstellung von Liedern aller Art mit kurzen Einspielern dazwischen, die von lustig bis zu völlig abstrus eine ganze Bandbreite abdecken. Insgesamt ist die CD sehr gut zu hören, auch wenn unser vier Wochen alter Sohn noch nicht viel mit den Texten anfangen kann. Für etwas ältere Kinder, die schon den Text verstehen können sind die Programm CDs aber bestimmt eine sehr spaßige Sache. Ich hab jedenfalls nur gute Erinnerungen daran. Und wenn die anderen Kassetten/CDs die Gleiche Vielfalt in der Auswahl bieten, dann gehe ich davon aus, dass dies nicht meine letzte Bestellung im Popkarton war.

Titelbild: Hit Pick Media

Dafür gibt’s nen Buch: Das große Buch zur Schwangerschaft

Cover: Das große Buch zur SchwangerschaftTitel: Das große Buch zur Schwangerschaft
Autoren: Prof. Dr. med.Franz Kainer & Annette Nolden
Verlag: Gräfe und Unzer Verlag
ISBN: 3833815779

 

Es gibt hunderte Ratgeber zum Thema Schwangerschaft. Nach dem Bekanntwerden unserer Umstände wurden wir mit den Hilfreichen Empfehlungen von Freunden und Verwandten geradezu überschüttet, welcher Ratgeber Ihnen am meisten geholfen hat und ohne welches Buch sie niemals die knapp 40 Wochen überstanden hätten. Also hatten wir gleich zu Beginn einen Stapel Bücher zu Hause. Alles vom „Mami-Buch“ bis zur etwas esoterischen „Hebammen-Sprechstunde„. Die ganze Palette hat mich eher skeptisch gemacht, vor allem da ich alles meide was die Worte „Mami“ oder „Papi“ auf dem Einband trägt. Schließlich wurde uns aber von einer Freundin das Große Buch zur Schwangerschaft geschenkt, und damit endlich ein Ratgeber, den ich selber auch gerne weiterempfehlen kann. (mehr …)

Dafür gibt’s ne App: Sprout

mzl.pvpcurfl.175x175-75Väter, deren Partnerinnen Stillen, kennen die Frage: Welche Brust ist als nächstes an der Reihe? Jeder löst das Problem auf seine Weise: Listen schreiben, Haarband um’s Handgelenk oder andere Ideen. Als Technik begeisterter Papa ist meine Lösung klar: Dafür gibt’s bestimmt ne App. Die Wahl viel auf die iPhone/iPad App Baby • Sprout von Med ART Studios, die ich hier kurz vorstellen möchte. (mehr …)

Alles anders

Alles anders

Geburten werden heute sehr genau geplant. Im Gegensatz zur Schwangerschaft, die öfters auch mal überraschend kommt, hat man etwas 40 Wochen Zeit, die Geburt zu planen. Welches Krankenhaus soll es sein? Welcher Arzt, welche Hebamme soll uns betreuen? Natürliche Geburt oder Kaiserschnitt? Wie stehen wir zu schmerzlindernden Maßnahmen wie einer PDA?

Jeder Ratgeber betont, sich einige Wochen vor dem Stichtag mit diesen Fragen auseinander zu setzen, um vorbereitet zu sein, wenn auf einmal keine Zeit mehr zum Nachdenken ist. Und dieser Rat ist sinnvoll. Ist man erst mal im Kreissaal, ist es zu spät um sich über die Vorzüge einer Unterwassergeburt zu informieren. Dann zählen klare Entscheidungen, sonst werden einem diese im Eifer des Gefechts von Hebammen und Ärzten aus der Hand genommen. Daher haben wir uns einige Faustregeln zurecht gelegt, die wir (und dann letztendlich ich, wenn die Wehen klares Denken nicht mehr möglich machen) durchsetzten wollten. Zum Beispiel, einen Kaiserschnitt so lange wie möglich hinauszuzögern, da die Privatklinik unserer Wahl für den schnellen Griff zum Skalpell bekannt ist.

Doch bei aller Planung mussten wir in der letzten Woche feststellen, wie schnell so ein Plan über den Haufen geworfen werden kann, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Und dann steht man mit seinen einstudierten Faustregeln im Kopf in einem Krankenhaus in dem man eigentlich gar nicht entbinden wollte und alles ist anders. Die einstudierten Atemübungen sind nutzlos und das Training für 20 Stunden Entbindung wirkt lächerlich. Statt dessen steht man in einem Linoleum belegten Flur und muss mit ansehen, wie die schwangere Partnerin in einen neonbeleuchteten OP geschoben wird. Man ist von Hebammen und Ärzten umgeben, mit denen man nie ein Vorsorgegespräch geführt hat, und die von den eigenen Wünschen bei der Geburt nichts wissen. Und auf einmal hört man zum ersten Mal den Begriff Notkaiserschnitt.

Dann geht alles ganz schnell. Von dem Moment, in dem wir das erste Mal mit dieser Entscheidung konfrontiert wurden, bis zur Geburt unseres Sohnes vergingen knapp 30 Minuten; kaum Zeit um sich wirklich mit der Situation auseinander zu setzen. Und jetzt ist wieder alles ganz anders, aber diesmal sind wir darauf vorbereitet. Seit ungefähr einer Woche sind wir Eltern eines kerngesunden Jungen. Nach 38 Wochen warten sind wir nun endlich zu dritt. Da wir in guten Händen waren und uns rechtzeitig dazu entschieden hatten, ins Krankenhaus zu fahren geht es allen gut und wir konnten nach nicht einmal fünf Tagen wieder nach Hause kommen. Jetzt beginnt die spannende Zeit des Kennenlernens: Was ist das eigentlich für ein kleines Wesen, dass da zur Welt gekommen ist?

Am Ende waren alle Planungen im Vorfeld unnötig. Die Realität hat uns schneller eingeholt als uns lieb war. Doch trotzdem war es wichtig, sich mit den Fragen der Geburt auseinanderzusetzen. Im Nachhinein wünschte ich mir nur, ich hätte mich mehr mit den möglichen Alternativen auseinandergesetzt. Auch wenn man nicht zu negativ sein möchte, es besteht immer die Chance, dass Komplikationen auftreten können. Informiert euch daher vorher über die Anzeichen, die ein rasches Handeln notwendig machen und plante auch für diesen Fall. Dann ändert sich nach der Geburt nur eins: Euer ganzes Leben.

Titelbild: „As curious as us (2650977858)“ by Kenny Louie from Vancouver, Canada – As curious as usUploaded by russavia. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.