Elternzeit und Elternurlaub

Elternzeit und Elternurlaub

Ich hatte schon während der Schwangerschaft beschlossen in der Elternzeit eine Weile in Urlaub zu fahren. Im Gegensatz zu manch anderem konnte ich mir gut vorstellen fern von Pflichten, Familie und Besuchern die Zeit nur zu dritt zu verbringen. Vor allem, da wir durch die Elternzeit zum ersten mal seit Jahren nicht an die Ferien gebunden wären. Weil unser Zwerg sich dann zwei Wochen zu früh auf diese Welt bequemt hat, ist der Spielraum für Urlaub leider auf eine Woche zusammengeschrumpft (sofern wir nicht doch die Preise der Hauptsaison zahlen wollten). Aber diese Woche heißt es: Kind und Wickeltasche unter den Arm geklemmt und ab in den Kurzurlaub. Am Samstag sind wir in Richtung unserer Lieblingsinsel Langeoog aufgebrochen und mittlerweile blogge ich aus einem Strandkorb an der Nordsee.

Für uns Ersteltern ist so ein Urlaub eine spannende Angelegenheit.Vor allem das Packen stellt uns vor immense Probleme. Wie sollen wir das Richtige für den Zwerg einpacken, wenn wir daheim kaum wissen, wie viele Schichten gerade angebracht sind? Gefühlt wird er immer entweder bei lebendigem Leib gekocht, oder kommt als Eiszapfen zu Hause an. Also neigen wir dazu, gleich den kompletten Hausrat mitzunehmen. Die Reise nach Langeoog hat in der Hinsicht die Tücke, das wir mit dem Auto nur bis zum Hafen in Bensersiel kommen, und es ab da mit der Fähre weiter geht. Der Sterilisator für Baby-Flaschen und Schnuller muss in unserem Fall zu Hause bleiben. Glücklicherweise gibt es ja an so ziemlich jedem Reiseziel Supermärkte und Drogerien, so dass man die Fahrt normalerweise ohne 700 Feuchttücher im Gepäck antreten kann.Dennoch hat unser Zwerg den größten Koffer von uns dreien mitgenommen, damit alles nötige mit auf die Insel kommen konnte. Interessanter Weise ist meine Freundin diesmal mit einer kleinen Reisetasche ausgekommen, die sie sonst nicht mal für einen Wochenendtrip nehmen wollte – passen ja keine drei Hosen und fünf Paar Schuhe rein.

Die Nordsee Insel ist seit einigen Jahren regelmäßiges Ziel für kurze Entspannungstrips, in der Regel im Frühjahr oder im Herbst, wenn sich ansonsten keine Menschenseele am verschneiten Strand blicken lässt. Jetzt sehe ich zum ersten Mal die Horden an Familien, die im Sommer mit Ihren Kleinkindern die Strände bevölkern. Wider Erwarten gibt es noch andere Familien in Elternzeit, die nicht an die Ferientermine gebunden sind. Langeoog bietet sich aber auch an um sich ein paar Tage lang von allem zurück zu ziehen. Entschleunigen, wie Sven von Zwillingswelten es an der Ostsee getan hat, trifft es ganz gut. Strandkörbe sind wahrscheinlich das „entschleunigendste“ was es gibt. Und sobald sie laufen können gibt es für Kinder am Strand immer etwas zu tun. Dann heißt es für die gestressten Eltern zurück lehnen und von Ihrem windgeschützten Platz den Kleinen beim Sandburgen bauen zusehen.

Nicht das wir schon an diesem Punkt angekommen wären, aber auch für uns, mit Kleinkind, wirkt ein Tag im Strandkorb Wunder. Und dann vergisst man auch, das wir in der Ferienwohnung die Schnuller von Hand abkochen müssen.